MUSIK AUF BANKNOTEN – EIN VISUELLES KONZERT
Die Werkreihe "Musik auf Banknoten"- entstanden durch eine Kooperation mit der Giesecke + Devrient Stiftung - macht deutlich, dass Musik nicht nur Klang und Stille ist, sondern auch Geschichte, Identität, Freiheit und Protest. In einer Zeit, in der die KI in aller Munde ist, kulturelle Förderungen weichen, demokratische Werte erodieren und Effizienz zur obersten Maxime wird, stellt Jones die entscheidende Frage: Was bleibt von Kunst, Musik und Vielfalt, wenn man ihren Wert nur noch in Zahlen misst? Wenn wirtschaftliche Logik über kulturelle Werte gestellt wird, welchen Wert hat dann Demokratie?
"Wenn das Geld keine Kultur mehr hat, was ist dann die Demokratie noch wert?" Pete Jones
Die Kunstgeschichte kennt viele Sammler und Mäzene, ohne deren Zuwendungen bedeutende Künstler, ja ganze Künstlermilieus nicht hätten überleben können. Aber sie ist auch voller Beispiele von Reichen und Mächtigen, die versuchen, ihren rücksichtslosen Umgang mit Geld und Macht durch Kunst zu adeln und zu übertünchen.
Jones, der sich selbst als „Fotosoph“ bezeichnet, verbindet in seiner Arbeit fotografische Präzision mit soziologischer Reflexion. Er nutzt die Kamera, um den kulturellen und ökonomischen Zustand unserer Gesellschaften zu hinterfragen. Seine Arbeit ist ein ästhetisches Statement gegen kulturelle Aushöhlung, ein Appell für die Wertschätzung von Musik und Kunst – und eine kritische Reflexion über Macht, Geld und Menschlichkeit.
Durch seine Arbeiten stellt Jones das fragile Verhältnis von Kultur und Kapital in Frage und fordert eine neue Auseinandersetzung mit den Werten und Ihren Begriffen, die unsere Gesellschaft prägen.
Musik und Geld - beides hat mit Zahlen zu tun hat und es gibt viele Beispiele bei denen Banker gute Musiker waren und Musiker erfolgreiche Finanzmanager. Hinter der Musik steht von jeher Mathematik, Präzision, Symmetrie, Rythmus, Raumgefühl. Es ist nicht nur ein Gefühl, es steckt viel Technik dahinter. Es sind nunmal 2 Seiten derselben Medaille und erstaunlicherweise verbindet dies den Sammler mit dem Künstler auf unsichtbare Weise.
Aus dem Pressetext:
"Die Verbindung von Geld, Musik und Kunst wirkt auf den ersten Blick ungewöhnlich, doch sie eröffnet eine faszinierende Welt: Über Ländergrenzen und Epochen hinweg begegnet uns „Musik“ als zentrales Motiv auf Banknoten. Die Ausstellung zeigt ausgewählte Beispiele und wird von Makrofotografien von Pete Jones und Siebdrucken von Heidi Specker begleitet. Die Geldscheinsammlung der Giesecke+Devrient Stiftung präsentiert rund 50 Banknoten, die zu einer Entdeckungsreise durch Klänge, kulturelles Erbe und nationale Identität einladen. ...
Ein besonderes Highlight der Ausstellung sind die künstlerischen Beiträge von Pete Jones und Heidi Specker. Der Frankfurter Fotograf und Konzeptkünstler Pete Jones ist in seinen Projekten stets auf der Suche nach dem, was sich hinter den Oberflächen verbirgt. Seine Werkreihe „Musik auf Banknoten“ zeigt in Makroaufnahmen die internationalen Geldscheine auf besondere Art und Weise – durchleuchtet, vergrößert und sichtbar gemacht bis in ihre feinsten Strukturen. Jones dient seine Wiedergabe des Geldes auch als Symbol für eine kulturelle Entwertung in einer zunehmend kommerzialisierten Welt. Er stellt das fragile Verhältnis von Kultur und Kapital in Frage und fordert eine neue Auseinandersetzung mit Werten und Begriffen, welche die Gesellschaft prägen. Die Künstlerin Heidi Specker ist Professorin für Fotografie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. Sie arbeitet in Werkgruppen. In der Siebdruck-Serie „Noten“, 2018, setzt sie sich mit der 100-DM Banknote auseinander, die Clara Schumann gewidmet ist. Specker untersucht hier ein historisches Objekt, indem sie mit dem Blick durch die Kamera Oberfläche und Struktur des Geldscheins mit einem feinen Gespür für Muster und geometrische Strukturen erfasst. Anschließend druckt sie einzelne Ausschnitte einfarbig in pink, blau, violett und hellblau, so dass sie jeweils unterschiedlich wirken. Durch die großformatigen Makroaufnahmen beider Künstler, die sich grafischen Details von Sicherheitsmerkmalen und Ornamenten auf den Banknoten widmen, sieht man Geldscheine mit neuem Blick, erkennt ihre drucktechnisch meisterliche Herstellungsweise und entdeckt zwei künstlerisch unterschiedliche Perspektiven auf Musik auf Banknoten."
TIPP:... und wer sich für Druckmaschinen oder überhaupt für das Drucken interessiert kommt in diesem Museum voll auf seine Kosten. Wer zufällig in Leipzig oder Umgebung ist - unbedingt vorbeischauen!
• macro economy meets macro photography •