TRIPTYCHON

In seiner neuesten Arbeit kombiniert Pete Jones drei Banknoten mit einem Bibelzitat. Die Banknoten stammen von den Bahamas, Polen und den Cook Islands. Das daraus resultierende Triptychon trägt den Namen: Glaube | Liebe | Hoffnung. Die Namen beziehen sich direkt auf die jeweiligen Abbildungen, die auf den Original Banknoten zu sehen sind. Den Banknoten wird nichts hinzugefügt; dennoch entsteht eine neue Sichtweise auf das Bestehende. Das Triptychon hat eine Größe von 360x180cm und wird zum ersten Mal in den Reinbeckhallen in Berlin zu sehen sein.

"Interessanterweise spricht man in der Theologie von 'Erlösung' und in der Bankenwelt vom ‚Erlös', oder von 'Glaube' und 'Gläubiger', oder von 'Schuld' und ‚Schulden'. Neben dem Gott- Vertrauen existiert wohl auch ein Geld- Vertrauen." P.Jones

Pete Jones nähert sich seinem Gegenstand mit höchster, fast chirurgischer Präzision. Doch er nimmt keine Eingriffe vor, sondern bemüht sich „nur“ um eine bessere Wahrnehmbarkeit des Geldes und erschafft damit eine neue, nie da gewesene Sichtweise auf die Schönheit von Banknoten und Facettenhaftigkeit von Geld. Papiergeld wird dabei beleuchtet, durchleuchtet und erbarmungslos genau betrachtet. Die Arbeiten stellen die Frage nach Vertrauen, Glauben, Kunst und Macht.

"Nun aber bleiben: GLAUBE, LIEBE, HOFFNUNG.“ Bibelzitat des 1. Korintherbriefs 13

GLAUBE

Die Banknote von den Bahamas zeigt auf der Vorderseite Queen Elisabeth II. und auf der Rückseite bunte Fische in einem(r) Riff / Unterwasserlandschaft. Der offizielle Queen Titel lautet: „Elisabeth die Zweite, von Gottes Gnaden Königin des Vereinigten Königreiches Großbritannien und Nordirland und ihrer anderen Königreiche und Territorien, Oberhaupt des Commonwealth, Verteidigerin des Glaubens“. Und tatsächlich, der Glaube an das Königreich und an die Queen scheint trotz Brexit und dem drohenden Untergang des Commonwealth ungebrochen. (Original Banknote: Bahamas | 1/2 Dollar | 1965)

LIEBE

Göttin Ina ist auf einer Banknote der Cook Islands zu sehen. Nackt und nur mit einer Kokosnuss im Gepäck möchte sie zu ihrem Geliebten Tinirau, dem Gott der Fische. Der lebt auf einer weit entfernten Insel und Ina kann weder schwimmen noch hat sie ein Boot. Trotz aller Widrigkeiten ertrank Ina nicht. Sie hielt sich an der Rückenflosse eine Haies fest und der König der Haie brachte sie schwimmend zu ihrem Geliebten. Sie heirateten und lebten glücklich und zufrieden auf einer schwimmenden Insel.

(Original Banknote: Cook Islands | 3 Dollars | 1987)

HOFFNUNG

Die Banknote aus Polen zeigt auf der Vorderseite Jarosław Dabrowski, ein polnischer revolutionärer Demokrat, Führer der „Roten“ im Januaraufstand von 1863 in Polen und 1871 Oberbefehlshaber der Pariser Kommune in Frankreich. Nach der Teilnahme an der polnischen Unabhängigkeitsbewegung wurde er von den Russen nach Sibirien verbannt. Nach seiner Flucht ging er nach Frankreich; wurde General der Pariser Kommune und fiel beim Barrikadenkampf am Montmartre in Paris. Auf der Rückseite der Banknote ist eine Frau an einer Wand lehnend zu sehen. (Original Banknote: Polen | 200 Zloty | 1976-88)

"Durch die Durchleuchtung der Banknote entsteht im Werk `HOFFNUNG` ein Kruzefix im Hintergrund des Bildes. In Kombination mit der Abbildung des `Freiheitskämpfers` auf der Banknote und der derzeitigen politischen Entwicklung im katholisch geprägten Polen entsteht ein neues Bild im Kopf des Betrachters: `die Demokratie wird an das Kreuz genagelt`. Diese Entwicklung ist ihn vielen Ländern zu beobachten und wird oft mit ökonomischen Gründen legitimiert.

Wielange sich eine wirtschaftlich vernetzte Welt Armut noch leisten kann ist abhängig von der Geisteshaltung. Ob Demokratie in hochverschuldeten Staaten überhaupt funktionieren kann, diese Antwort liegt im Triptychon verborgen." P.Jones

The light shining through the bank note in “HOPE” causes a crucifix to appear in the background of the picture. The combination of the “Freedom Fighter” on the original bank note and current political developments in catholic Poland brings a new picture to light “Democracy is nailed to the cross”.
Similar developments can be observed in other countries, often legitimised using economic arguments. How much longer a globally world economy can afford poverty will be dependent on our attitude. Can democracy even function in heavily indebted countries? The answer lies in the triptych.